In den kommenden Jahren läuft das Supply-Chain-Management-Tool SAP APO aus. Daniel Kopic von OBSIDIAN IT.SERVICES sagt, wie sich der Systemwechsel günstig und zukunftsfähig gestalten lässt.

Viele Unternehmen steuern ihre Supply Chain mit dem SAP-Modul APO (Advanced Planning and Optimization). Was viele nicht wissen: dieser Systembaustein liegt im Sterben, weil die Walldorfer eine neue ERP-Produktgeneration einführen und die aktuellen APO-Funktionalitäten teilweise integrieren.

Da jede technische Veränderung eine sogenannte „Business transformation“ und damit Kosten, Personal-Aufwand und Reibungsverluste mit sich bringen kann, empfehlen wir, frühzeitig eine Strategie für den Umstieg zu entwickeln. Einsparpotenziale liegen zum Beispiel in den Lizenzkosten: Eventuell ist es gar nicht mehr nötig ein SAP APO System für lange Zeit nach dem Umstieg auf S/4 HANA zu betreiben, weil die Funktionalitäten bereits damit abgebildet werden können. Ein anderes Argument für eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema ist, Mehrkosten durch ein Scheuklappen-Denken zu vermeiden. Wird nur der reine ERP-Umstieg betrachtet, werden möglicherweise Funktionen implementiert, die bei einer späteren Ablösung von SAP APO erneut geändert werden müssen. Kunden sollten sich daher rechtzeitig fragen, wie zukunftsfähig ihre Systemlandschaft mit SAP APO ist und sich jetzt auf den Wandel vorbereiten.

Dazu ist zunächst wichtig zu verstehen, was SAP in Bezug auf seine Module für Planungsaufgaben wie z.B. Bedarfs-, Netzwerk- und Produktionsplanung oder auch werksübergreifende Verfügbarkeitsprüfung vorhat. Analog zu SAP ERP 6.0 (Enterprise Resource Planning) wurde der allgemeine SAP Support für SAP APO zwar bis zum Jahr 2025 verlängert, mit SAP S/4 HANA steht aber zumindest für SAP ERP 6.0 bereits seit Ende 2015 ein Nachfolger in den Startlöchern. Diesen Nachfolger, der im SAP S/4 Umfeld die wichtigsten Funktionalitäten vollständig übernehmen könnte, gibt es für SAP APO nicht. Die heutigen APO Systeme müssen daher mittel- bis langfristig abgelöst werden. Dass SAP dennoch die Kopplung ihres neuen ERP Systems S/4 HANA mit dem SAP APO empfiehlt, hat den einfachen Grund, dass ein sogenannter „Doppelter-Big-Bang-Ansatz“ vermieden werden soll: Die Migration auf S/4 HANA soll nicht zwangsläufig bedeuten, dass ein angeschlossenes SAP APO direkt mit abgelöst werden muss.

Spätestens wenn die Supportverträge auslaufen, ist jedoch eine Alternative nötig. Welche die beste ist, hängt von den unternehmensspezifischen Voraussetzungen ab.

Finden Sie die passende Umstiegsstrategie:

Wenn Sie Ihr System zukunftsfähig gestalten wollen, stehen zwei Kernfragen im Vordergrund:

  1. Welche Funktionalitäten des bisherigen APO Moduls wurden genutzt und sind künftig wichtig?
  2. Wie sieht Ihre Systemlandschaft aus? Arbeiten Sie ausschließlich mit SAP oder kommen auch ERP-Systeme anderer Hersteller zum Einsatz?

Lösungsalternativen für die spezifischen Anforderungen:

Je nachdem, welche Funktionen Sie benötigen und wie die Systemlandschaft aussieht, bieten sich verschiedene Lösungen an.

Einfacher Umstieg auf S/4 HANA: Wird (mit SAP APO) ausschließlich die globale Verfügbarkeitsprüfung (gATP) sowie die Produktions- und Feinplanungs-Komponente (PP/DS) genutzt, ist der Umstieg recht einfach. Die neue Produktgeneration SAP S/4 HANA beinhaltet beide Funktionalitäten.

Kombination mit weiterer SAP-Lösung: Wenn darüber hinaus Teile der Absatz- und die Supply Network Planung (DP & SNP) zum Einsatz kommen sollen, lassen sich diese über das SAP Produkt Integrated Business Planning (SAP IBP) nutzen, das ursprünglich SAP APO ergänzen sollte.

Eine sinnvolle Strategie zur Ablösung eines SAP APO Systems kann eine Kombination aus SAP S/4HANA und SAP IBP sein.

Kombination mit Zusatzlösungen: Als Alternative zu einer Nutzung des SAP IBP Systems sollte analysiert werden, inwiefern der Standard durch kundenspezifische Zusatzlösungen innerhalb von SAP S/4 HANA erweitert werden könnte.

Konsolidierung der Systeme: Weit komplexer stellt sich die Entscheidungsfindung in einer heterogenen Systemlandschaft dar, also in einer Systemlandschaft mit unterschiedlichen ERP Systemen unterschiedlicher Hersteller Sollte hier eine ganzheitliche Planungssystematik im Sinne einer End-to-End Planung über alle enthaltenen ERP-Systeme eingeführt werden, sollten Alternativen in Betracht gezogen werden.

Sie stehen mit Ihrem Unternehmen aktuell vor einer ähnlichen Problemstellung? Gerne können wir uns unverbindlich unterhalten, um zu diskutieren, inwiefern die OBSIDIAN IT.SERVICES Sie bei einer Lösungsfindung und Umsetzung unterstützen kann. OBSIDIAN IT.SERVICES ist ein eigenes Unternehmen innerhalb der mSE-Gruppe mit dem Fokus auf Management und Betrieb von SAP-Systemen. 

Dies ist ein Gastbeitrag.